INTERNATIONALES PROGRAMM
Gastland Norwegen
© Agnete BrunVelkommen til Köln, norske filmklippere!
Willkommen in Köln, norwegische Filmeditor*innen!
Während früher unter den skandinavischen Ländern vor allem die Filme aus Schweden und Dänemark internationale Anerkennung erhielten, häufen sich in den letzten Jahren die preisgekrönten Produktionen aus Norwegen. So gewann Oslo Stories: Träume von Dag Johan Haugerud den Goldenen Bären der Berlinale 2025, während Sentimental Value von Joachim Trier in Cannes mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet wurde und 2026 den Oscar als bester internationaler Film erhielt. Die britische Zeitung The Guardian zitiert den Regisseur Halfdan Ullmann Tøndel mit den Worten: „We are in a golden age of Norwegian cinema”.
Ein idealer Zeitpunkt also für Edimotion, Norwegen als Gastland einzuladen. In Kooperation mit dem Berufsverband Norske Filmklippere (N:F:K) und dank der Unterstützung des Norwegischen Filminstituts (NFI) erwarten wir eine große Delegation von zwölf Filmeditor*innen aus Norwegen. Sie werden die meisten Events unseres internationalen Programms mitprägen, so auch die Akademie und das IFEF. Höhepunkt ist der Gastlandabend, bei dem wir den Berlinale-Sieger Oslo Stories: Dreams zeigen werden. Der Film ist zum einen eine Coming-of-Age-Geschichte über den Umgang mit einer intensiven Verknalltheit, und zum anderen eine geistreiche Komödie über drei Generationen von Frauen und ihre Ansichten zu Beziehungen. Im Anschluss an die Vorführung findet ein ausführliches Filmgespräch mit dem Editor Jens Christian Fodstad statt. Fodstad, der vielfach mit Preisen für seine Montage-Leistungen ausgezeichnet wurde, hat zuletzt ein Jahr lang als Referent der norwegischen Filmförderung gearbeitet.
Zum Auftakt des Gastlandabends werden Erland Edenholm, der Vorsitzende des N:F:K, und das Vorstandsmitglied Bobbie E. G. Pertan ein Grußwort sprechen. Davor findet ein Empfang mit norwegischen Essen und Getränken statt.
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Samstag, 17. Oktober 2026 | Filmforum im Museum Ludwig
20:00 Uhr Empfang mit norwegischem Essen und Getränken
21:00 Uhr Grußwort Erland Edenholm & Bobbie E. G. Pertan
Filmvorführung Oslo Stories: Dreams (Regie: Dag Johan Haugerud, 110 Min., Norwegisch mit engl. UT)
Anschließendem Filmgespräch mit Jens Christian Fodstad
Moderation: Dietmar Kraus, in englischer Sprache
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© Henrik Richards-Solberg / Norwegian Film InstituteJens Christian Fodstad
Jens Christian Fodstad ist ein in Oslo ansässiger Filmeditor mit Erfahrung in der britischen und norwegischen Film- und Fernsehbranche. Er verfügt über einen Master of Arts in Filmschnitt von der „National Film and Television School“l in Großbritannien sowie über ein Studium der Literatur, Film und Medien an den Universitäten von Bergen (Norwegen) und Kopenhagen (Dänemark).
Fodstad wurde in der Industriestadt Sarpsborg, 100 Kilometer südlich von Oslo, geboren und wuchs dort auf. Er bewarb sich an mehreren Filmschulen und begann im Jahr 2000 an der „National Film and Television School“ in Großbritannien zu studieren. Seitdem hat er den Filmschnitt in einer Vielzahl von Formaten und Genres ausgeführt, wobei Kinospielfilme nach und nach zu seiner Haupttätigkeit wurden. Er hat an mehreren Filmen ambitionierter norwegischer Regisseure wie Eskil Vogt, Hans Petter Moland, Harald Zwart und Dag Johan Haugerud mitgewirkt. Siebenmal wurde er für den norwegischen Filmpreis „Amanda“ in der Kategorie „Bester Schnitt“ nominiert und gewann viermal, unter anderem für Oslo Stories: Träume. Außerdem erhielt er drei Kanon-Preise.
Neben seiner Tätigkeit als Filmeditor arbeitete Fodstad auch als freiberuflicher Drehbuchberater. Von März 2025 bis Februar 2026 hatte er eine Vollzeitstelle als Förderreferent beim Norwegischen Filminstitut (NFI) inne.
Filmografie (Auswahl)
2024 Oslo Stories Triology: Sehnsucht, Liebe, Träume (Sex, Kjærlighet, Drømmer). Kinospielfilm. Dag Johan Haugerud.
2022 Kuppel 16 (Dome 16). TV-Serie, 6 Episodes. Thomas Seeberg Torjussen & Daniel Voldheim
2021 The Innocents (De uskyldige). Kinospielfilm. Eskil Vogt.
2019 Barn. Kinospielfilm. Dag Johan Haugerud.
2019 Pferde stehlen (Ut og stjæle hester). Kinospielfilm. Hans Petter Moland.
2017 The 12th Man – Kampf ums Überleben (Den 12. mann). Kinospielfilm. Harald Zwart.
2015–17 Occupied – Die Besatzung (Okkupert). TV-Serie, 4 Episodes.
2015 Women in Oversized Men's Shirts (Kvinner i for store herreskjorter). Kinospielfilm. Yngvild Sve Flikke.
2014 Einer nach dem anderen (Kraftidioten). Kinospielfilm. Hans Petter Moland.
2014 Blind. Kinospielfilm. Eskil Vogt.
2012 Wie du mich siehst (Som du ser meg). Kinospielfilm. Dag Johan Haugerud.
2010 Limbo. Kinospielfilm. Maria Sødahl.
2010 Ein Mann von Welt (En ganske snill mann). Kinospielfilm. Hans Petter Moland.
2008 Long Flat Balls 2 (Lange flate ballær II). Kinospielfilm. Harald Zwart.
2006 Long Flat Balls (Lange flate ballær). Kinospielfilm. Harald Zwart & Bjørn Fast Nagell.
2004 Urban Soul: The Making of Modern R&B. TV-Dokumentarfilm. John Akomfrah.
2003 Stan Tracey: The Godfather of British Jazz. TV-Dokumentarfilm. John Akomfrah.
Internationales Panel

Ethical Editing in the Age of AI
In diesem Jahr werden sich sowohl das Internationale Panel als auch das International Film Editors Forum (IFEF) mit demselben Thema befassen, es jedoch auf unterschiedliche Weise angehen.
2023 veranstaltete Edimotion zum ersten mal ein Panel, welches sich mit den rasanten Fortschritten im Bereich des maschinellen Lernens und den zu erwartenden Auswirkungen auf den Beruf des Filmschnitters befasste. Der Titel war etwas augenzwinkernd: „KI in der Kleinkind-Phase: Ruhe bewahren, Steckdosen sichern, wachsam bleiben!“ Seitdem schreitet die industrielle KI-Revolution mit Überschallgeschwindigkeit voran, und es ist schwieriger geworden, angesichts vieler beunruhigender Entwicklungen den Humor zu bewahren.
Meistens schwanken Diskussionen über KI zwischen den Erwartungen von „Boom“, „Gloom“ oder „Doom“. In der Filmindustrie taucht man zudem gerne tief hinein in die Potenz (oder Impotenz) unzähliger neuer Werkzeuge und sich wandelnder Arbeitsszenarien, während ethische Überlegungen häufig auf der Strecke bleiben. Edimotion hat sich in diesem Jahr entschieden, den Fokus ganz auf KI und Ethik zu legen. Denn wir sehen die Gefahr, dass uns der Kompass verloren geht, angesichts der Geschwindigkeit und einfachen Anwendbarkeit sowohl von Standard-Tools für maschinelles Lernen als auch von fortgeschritteneren generativen KI-Anwendungen.
Unsere drei Panel-Teilnehmer*innen bringen unterschiedliche Perspektiven zu diesem Thema mit. Angelika Lepper ist Filmeditorin und weist zudem eine längere akademische Laufbahn in der Kunstforschung auf. Derzeit leitet sie eine Umfrage zum Einsatz von KI unter deutschen Editor*innen. Özcan Vardar ist Vorsitzender des Dachverbands TEMPO und Mitglied von dessen KI-Arbeitsgruppe. In seiner Masterarbeit aus dem Jahr 2025 befasste er sich mit den „Auswirkungen von KI auf den Filmschnitt“. Und Magda Woods ist Datenwissenschaftlerin, Tech-Unternehmerin und Gründerin von zwei KI-Start-ups. Ihre über ein Jahrzehnt andauernde Tätigkeit als KI-Strategin für Medien- und Verlagsunternehmen bereichert die Diskussion um wertvolle Einsichten von außerhalb der Filmwelt.
Gäste des Panels sind:
Angelika Lepper, Deutschland
Özcan Vardar, Türkei
Magda Woods, Polen
INTERNATIONALES PANEL
SA, 17. Oktober 2026 | Filmforum im Museum Ludwig
18:45 – 20:00 Uhr
Moderation: Dietmar Kraus
Das Panel findet in englischer Sprache statt.
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© privateAngelika Lepper
Deutschland
Angelika Lepper ist künstlerische Forscherin und Filmeditorin, derzeit Associate Researcher in der Klasse „Emergent Digital Media“ von Hito Steyerl an der Akademie der Bildenden Künste München. Zuvor hat sie von 2004–14 im Studiengang Montage an der Filmuniversität Babelsberg gelehrt und war 2006-07 Gastprofessorin für „Experimentelle Television“ an der Bauhaus-Universität Weimar.
Lepper versteht Montage als Methode und Epistemologie und untersucht, was mit dieser Denkform geschieht, sobald maschinelle Systeme beginnen, Entscheidungen im Schnittprozess zu übernehmen. Zuletzt hat sie auf den Konferenzen „AI and Labour“ (AdBK München, 2024) und „CUT/GENERATE: Montage and AI“ an der Sorbonne Nouvelle . Aktuell leitet sie eine Erhebung zur „Ethik und Praxis des KI-Einsatzes in der Montage“ unter den Mitgliedern des Bundesverbands Filmschnitt (BFS).
Lepper ist in München geboren und aufgewachsen. Von 1998 bis 2003 studierte sie Medienkunst und Philosophie an der Staatliche Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe. Ein postgraduales Studium „Ästhetische Theorie“ folgte an der HfbK Hamburg von 2010–16. Sie ist Mitglied im BFS sowie Gründungsmitglied des Netzwerkes „female:pressure“, welches sich für die bessere Sichtbarkeit von FLINTA-Menschen in den elektronischen Künsten und der Musik einsetzt.
© Mel McVeighMagda Woods
Polen
Magda Woods ist Datenwissenschaftlerin, Tech-Unternehmerin und KI-Strategin mit über einem Jahrzehnt Erfahrung an der Schnittstelle von Daten, KI und Verlagswesen.
Über ihre Firma „And The Robots“ berät sie Medien- und Verlagsunternehmen dabei, wie sie mit KI wirtschaftlichen Mehrwert schaffen können. Zu ihren Kundenprojekten zählen die Leitung der ersten generativen KI-Initiative für Bürgerdienste bei GOV.UK, der Aufbau eines KI-Produktteams für das Lumina-Intelligence-Geschäft von William Reed, die Unterstützung des Chief Data Officers von „The Economist“ bei der Analyse von Zielgruppenwachstum sowie die Ausarbeitung der Geschäftsstrategie für das Recycling-Datenprodukt „Deepnest“ von Grey Parrot.
Vor der Gründung von „And The Robots“ entwickelte und vermarktete Magda KI-Produkte von Grund auf. Sie war Mitbegründerin von zwei KI-Start-ups: „Flare Data“, einer „Talk-to-Data“-Plattform für Verlage, die einen jährlichen wiederkehrenden Umsatz (ARR) von rund 250.000 £ erzielte und zu deren Kunden unter anderem die Financial Times zählte, sowie „Waive“, einer NLP-gestützten Plattform zur Trenderkennung, die später von Future plc übernommen wurde, wo sie anschließend als Head of Data Science das Data Centre of Excellence leitete. Zu Beginn ihrer Karriere hatte sie leitende Positionen im Datenbereich bei einigen der bekanntesten Medienunternehmen Großbritanniens inne: als Data Director bei der New Statesman Media Group, wo sie „Carmen“, ein automatisiertes System für robotergestützten Journalismus, einführte; Head of Data bei der BBC, wo sie Investitionen in Höhe von 4,6 Mio. £ sicherte und ein 30-köpfiges Team leitete, das Daten- und KI-Fähigkeiten für den gesamten Nachrichtenbetrieb der BBC bereitstellte, darunter die BBC-Wetter-App und die Infrastruktur für die Wahlnacht; sowie Head of Data Science bei The Telegraph, wo sie ein 10-köpfiges Data-Science- und Engineering-Team aufbaute und den Bereich „Data & Analytics“ in ein Profitcenter verwandelte.
© Alpkan BağlıÖzcan Vardar
Türkei
Özcan Vardar ist Filmeditor und seit 2024 Vorsitzender des Dachverbandes „TEMPO – Federation of Film Editors Associations”.
1979 in Istanbul geboren, studierte Vardar von 1992–96 Computer-Programmierung an der „Macka Anatolian Technical” Hochschule, sowie von 1998–2006 Mathematik und Film an der Bogazici-Universität. Seit 2007 montiert er Spiel- und Dokumentarfilme. Im Jahr 2011 wurde er für den Berlinale Talent Campus und die Locarno Summer Academy ausgewählt. Für seine Montage-Leistung an dem Kinospielfilm Burning Days (Kurak Günler) erhielt er zusammen mit Ko-Editor Eytan İpeker zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Europäischen Filmpreis 2022 für den Besten Schnitt. Sein neuster Kinofilm Kurtuluş wurde 2026 im Wettbewerb der Berlinale uraufgeführt und gewann den Silbernen Bären – Großer Preis der Jury.
Vardar unterrichtet Filmgrammatik und leitete zahlreiche Schnittkurse und Workshops an verschiedenen Hochschulen. Er ist Gründungsmitglied des türkischen Editor*innen-Verbandes KUDA und Vorstandsmitglied der „Mithat Alam Education Foundation”, die Stipendien an Filmstudierende vergibt. Seit 2019 ist er in Hamburg ansässig.
International Film Editors Forum (IFEF)
© Juliane Guder / EdimotionDie neunte Ausgabe der Netzwerkveranstaltung International Film Editors Forum (IFEF) findet am 17. Oktober 2026 von 11:30 bis 16:30 Uhr statt, mit einem gemeinsamen Mittagessen von 13:00 bis 14:00 Uhr.
Das IFEF richtet sich an Editor*innen, die sich in ihren Herkunftsländern für die Weiterentwicklung ihres Berufs und dessen Arbeitsbedingungen engagieren. Den Teilnehmenden bietet das Forum die Gelegenheit zum gegenseitigem Erfahrungsaustausch und der Entwicklung gemeinsamer Lösungsansätze für die Herausforderungen, mit denen der Berufsstand weltweit konfrontiert wird. Es kommen Elemente des Workshop-Formats „World-Café“ zum Einsatz. Die Moderatorin ist Christine von Fragstein.
Das diesjährige Thema entspricht dem des internationalen Panels:
Ethical Editing in the Age of AI
Im Gegensatz zum Panel ist das IFEF (wie immer!) eine partizipative Veranstaltung, bei der man sich nicht einfach zurücklehnen und zuhören kann. Die Teilnehmer werden Erfahrungen zu derzeit bekannten ethischen Fragen im Umgang mit Machine-Learning-Tools austauschen, und versuchen, zukünftige ethische Herausforderungen zu antizipieren. Gemeinsam werden sie die Bausteine für einen Ethik-Kodex erarbeiten, der Filmeditor*innen in sensiblen Situationen im Zusammenhang mit KI unterstützen kann.
Die Telnehmer*innen müssen weder KI-Experten sein, noch benötigen Sie Erfahrung im Umgang mit Machine-Learning-Tools bei Ihrer eigenen Schnittarbeit. Es ist jedoch hilfreich, wenn Sie sich bereits ein paar Gedanken über ethische Fragen im Zusammenhang mit Filmschnitt im Zeitalter der KI gemacht haben.
In den vergangenen Jahren hat das IFEF Editor*innen aus über 30 verschiedenen Ländern nach Köln gelockt, darunter auch weit gereiste, z.B. aus Argentinien, Australien, Brasilien, Gambia, Indien, Iran, Kenia, Kanada, Kuba, Mexiko, Sri Lanka, Südafrika, Thailand und den USA. Um Job ter Burg zu zitieren, der bereits mehrfach teilgenommen hat: „Participants from across the globe have found the IFEF an experience with a long-lasting effect, with attendees going back home energized and inspired, having broadened both their networks and their horizons.“
Wichtiger Hinweis: Die Teilnahme ist nur nach vorheriger Anmeldung möglich und auf maximal vier Personen pro Land begrenzt. Anmeldungen bitte bis spätestens 14. Oktober 2026 via Online-Anmeldeformular. Wir erheben eine Teilnahmegebühr von 20 Euro, welche das Mittagessen und die Getränke am Nachmittag abdeckt. Um am Veranstaltungstag Zeit zu sparen, kann dieser Betrag auch vorher online bezahlt werden.
Biei Fragen bitte an Kurator Dietmar Kraus schreiben, unter: ifef@edimotion.de
Samstag, 17. Oktober 2026 | Alte Feuerwache
11:30 – 16:30 Uhr
Check-in zwischen 11:15 und 11:30
In englischer Sprache, nur mit vorheriger Einladung
Moderatorin: Christine von Fragstein
Das IFEF wird unterstützt von TEMPO – Federation of Film Editors Associations.
See here for a text version in English.
